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Deutschlands Dürrerisiko

Das Dürrerisiko ist die Wahrscheinlichkeit des Auftretens negativer ökologischer und sozio-ökonomischer Auswirkungen aufgrund des Zusammenspiels von Dürre als Naturgefahr und der zu Grunde liegenden Vulnerabilität eines Sektors in einer Region. Vor dem Hintergrund fehlender gesetzlicher Regelungen zum Umgang mit Dürre, sind Untersuchungen eines sektorspezifischen Risikos wichtig. Informationen zur Charakterisierung der Gefahr sind flächendeckend vorhanden (z.B. Meteorologie: DWD; Bodenfeuchtemodell: Deutscher Dürremonitor des UfZ). Ebenso gibt es eine Vielzahl an Informationen, welche zur Charakterisierung der Vulnerabilität genutzt werden können. Bewertungen der Aussagekraft angewandter Dürreindizes sowie Vulnerabilitätsfaktoren beruhten bisher überwiegend auf Expertenwissen. Das fehlende Puzzleteil zur quantitativen Risikomodellierung sind jedoch statistisch verwertbare systematisierte Informationen über die Auswirkungen von Dürre (Schäden). Einerseits existiert dezentrales, nicht standardisiertes und nicht flächendeckendes Wissen aus Einzelstudien oder bei Experten, anderseits gibt es verschiedene flächendeckende Zeitreihen wie z.B. landwirtschaftliche oder wasserwirtschaftliche Erträge (statistische Zeitreihen der Länder), deren Schwankungen sich jedoch oft nicht eindeutig auf Dürre zurückzuführen lassen. Dieser Beitrag zeigt auf, wie auf der Grundlage von Daten des European Drought Impact report Inventory (EDII), welches codierte Wirkungsberichte archiviert, das Auftreten negativer Auswirkungen von Dürre statistisch modelliert werden kann. Am Beispiel einer sektorspezifischen Modellierung des Dürrerisikos für Deutschland auf Länderebene wurden Risikokarten erstellt, die einen wichtigen Baustein im Dürremanagement bieten können.
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